Direkt zum Inhalt springen

Ende des Anstellungsverhältnisses

Bei befristeten Anstellungen endet das Arbeitsverhältnis automatisch mit dem Fristablauf. Eine Kündigung ist nicht nötig. Bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen oder bei befristeten Arbeitsverhältnissen, die vor Fristablauf aufgelöst werden sollen, ist eine Kündigung der Lehrperson oder ein Entlassungsentscheid der Schulbehörde nötig. Beabsichtigt eine Schulbehörde, eine Lehrperson zu entlassen, so hat sie verschiedene Verfahrensschritte zu beachten. Deren Nichtbeachtung kann dazu führen, dass eine Schulgemeinde der entlassenen Lehrperson eine Entschädigung bezahlen muss.

Kündigungsfristen bei Lehrpersonen

Grundsatz

Das Arbeitsverhältnis kann beidseitig unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten auf das Ende eines Semesters, das heisst auf den 31. Juli oder den 31. Januar, aufgelöst werden. Die Frist ist eingehalten, wenn die Kündigung bzw. der Entlassungsentscheid spätestens drei Monate vor Semesterende im Besitze der Lehrperson oder der Schulbehörde ist. Massgebend für den Fristenlauf ist nicht die Aufgabe auf der Post, sondern die In Empfangnahme durch die betroffene Lehrperson oder Schulbehörde.

Ausnahmen

Ausnahmen von der ordentlichen Kündigungsfrist gibt es in folgenden Fällen:

  • Im ersten Jahr der Anstellung: 2 Monate auf Ende jedes Monats
  • Sind Teilzeitanstellungen vertraglich miteinander verbunden und ist vereinbart, dass die Auflösung eines Arbeitsverhältnisses als sachlicher Grund für die Kündigung des anderen Arbeitsverhältnisses gilt (Jobsharing), hat die erstkündigende Lehrperson eine Kündigungsfrist von vier Monaten einzuhalten
  • Bei Stellvertretungen beträgt die Frist 10 Tage, wenn das Stellvertretungsverhältnis für weniger als sechs Monate begründet worden ist. Sonst beträgt sie einen Monat
  • Bei fristloser Entlassung

Kündigungstermine bei Lehrpersonen

Regel

Kündigungstermine sind in der Regel der 31. Juli und der 31. Januar (jeweiliges Semesterende).

Besondere Kündigungstermine

Ohne Beachtung eines Endtermins (d.h. nicht auf ein bestimmtes Monatsende, aber unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist) kann in folgenden Fällen gekündigt werden:

  • Im ersten Jahr der Anstellung: 2 Monate auf Ende jedes Monats
  • Bei Stellvertretungen
  • Im Anschluss an eine Sperrfrist kann unter Berücksichtigung einer Frist von drei Monaten ohne Beachtung des Semesterendes gekündigt werden, wenn die Sperrfrist die rechtzeitige Kündigung auf ein Semesterende verhindert hat
  • Bei fristloser Entlassung

Bei Schwangerschaft können Lehrerinnen bis spätestens drei Monate vor dem ärztlich bestimmten Geburtstermin auf das Ende des Mutterschaftsurlaubs kündigen.

Erkrankt oder verunfallt eine Lehrperson, nachdem ihr die Schulbehörde gekündigt hat, wird die Kündigungsfrist (zurückgerechnet ab Kündigungstermin) wie folgt verlängert:

  • 30 Tage im ersten Dienstjahr
  • 90 Tage im zweiten bis fünften Dienstjahr
  • 180 Tage ab dem sechsten Dienstjahr
  • Bei Schwangerschaft verlängert sich die Kündigungsfrist um die ganze Sperrfrist

Kündigungsverfahren

Abmahnung

Beabsichtigt eine Schulbehörde, eine Lehrperson aufgrund von Mängeln in der Leistung oder im Verhalten zu entlassen, muss sie mit ihr ein Gespräch führen und ihr eine Frist zur positiven Veränderung ansetzen. Darauf kann nur verzichtet werden, wenn aufgrund der Umstände mit grosser Wahrscheinlichkeit angenommen werden muss, dass keine nachhaltige Verbesserung oder Veränderung möglich ist.

Rechtliches Gehör

Ist eine Entlassung unausweichlich, muss die Schulbehörde die betreffende Lehrperson über die beabsichtigte Entlassung und die Entlassungsgründe mündlich oder schriftlich orientieren. Der Lehrperson muss Gelegenheit gegeben werden, sich innert einer von der Schulbehörde anzusetzenden angemessenen Frist zur angekündigten Entlassung und zu den Entlassungsgründen zu äussern. Die Anhörung kann auch im Rahmen einer mündlichen Aussprache erfolgen. Diese Aussprache ist dann aber detailliert zu protokollieren. Das Protokoll ist der Lehrperson zur Unterschrift zuzustellen.

Es genügt jedoch nicht, mit einer Lehrperson ein persönliches Gespräch zu führen, ihr dabei Gelegenheit zu geben, sich zur Kündigung zu äussern und ihr gleich anschliessend das Kündigungsschreiben zu übergeben. Gefordert wird, dass ihr Gelegenheit gegeben wird, sich nach Kenntnisnahme der Kündigungsgründe innert einer bestimmten Frist (in der Regel 10 Tage) schriftlich oder mündlich zu äussern. Die Behörde darf erst nach Kenntnisnahme der allfälligen Einwendungen entscheiden und muss sich auch mit den Argumenten der Lehrperson auseinandersetzen.

Entlassungsentscheid

Der Entlassungsentscheid ist schriftlich zu eröffnen und zu begründen. In der Begründung hat sich die Behörde auch mit allfälligen Einwendungen der Lehrperson gegen die Entlassung auseinander zu setzen. Der Entlassungsentscheid ist mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen. Rechtsmittelinstanz ist die Personalrekurskommission.

Allgemeine Kündigungsgründe

Kündigungsgründe sind namentlich fachliches Ungenügen, unbefriedigende Arbeitsleistung, mangelnde Zusammenarbeit, Aufhebung einer Lehrstelle oder andere organisatorische Gründe.

Im Entlassungsentscheid ist konkret (und möglichst ausführlich) anzugeben, weshalb sich die Schulgemeinde von der Lehrperson trennen will (z.B. konkret aufzeigen, worin das fachliche Ungenügen besteht, welche Leistungen als ungenügend beurteilt werden)

Beendigung altershalber

Wenn eine Lehrperson nach dem 60. Altersjahr die Stelle kündigt, gilt dies pensionskassenrechtlich als Rücktritt altershalber. Die Kündigungsfristen sind einzuhalten.

Soweit es die betrieblichen Verhältnisse zulassen, kann im Einverständnis der Schulbehörden ein gestaffelter Rücktritt erfolgen. Das heisst, dass die betreffende Lehrperson mit einem Teilpensum weiter beschäftigt wird, für das andere Teilpensum eine Teilaltersrente bezieht. Bei einer einvernehmlichen vorzeitigen Pensionierung einer Lehrperson, die das 60. Altersjahr (ausnahmsweise das 58. Altersjahr) erreicht hat, infolge von strukturellen Anpassungen können anstelle einer Abgangsentschädigung ein Zuschuss zum Pensionskassen-Sparguthaben oder eine Vorzusatzrente gewährt werden. Sie muss aber die Bedingungen für eine Abgangsentschädigung erfüllen.

Bei einer einvernehmlichen vorzeitigen Pensionierung einer Lehrperson, die das 60. Altersjahr (ausnahmsweise das 58. Altersjahr) erreicht hat, infolge von strukturellen Anpassungen können anstelle einer Abgangsentschädigung ein Zuschuss zum Pensionskassen-Sparguthaben oder eine Vorzusatzrente gewährt werden. Sie muss aber die Bedingungen für eine Abgangsentschädigung erfüllen.

Beendigung krankheitshalber

Bei dauernder Arbeitsunfähigkeit endet das Arbeitsverhältnis auf das Ende des Monats, in welchem der Anspruch auf Lohn infolge Unfall oder Krankheit erschöpft ist. Voraussetzung ist, dass der Lehrperson kein Teilzeitpensum zugeteilt werden kann, falls sie nur teilweise arbeitsunfähig ist.

Wenn eine erkrankte oder verunfallte Lehrperson kurz vor dem Pensionierungsalter steht, endet das Arbeitsverhältnis bei voraussichtlich andauernder voller oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit oder Unfall in der Regel auf Ende des Semesters, in dem sie das 64. Altersjahr vollendet hat, sofern während eines Jahres Leistungen zufolge Krankheit oder Unfall ausbezahlt wurden.

Fristlose Entlassung

Aus wichtigem Grund kann das Anstellungsverhältnis jederzeit beidseitig ohne Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfristen aufgelöst werden. Als wichtiger Grund gilt jeder Umstand, bei dessen Vorhandensein die Fortsetzung des Anstellungsverhältnisses bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfristen nach Treu und Glauben nicht zumutbar ist. Die fristlose Kündigung hat unverzüglich nach Kenntnis des wichtigen Grundes zu erfolgen.

Sind die Gründe weniger schwerwiegend, ist die Lehrperson förmlich zu verwarnen und ihr für den Wiederholungsfall die fristlose Entlassung anzudrohen.

Fristen und Termine bei Schulleitern, sonderpädagogischen Fachpersonen

Es besteht eine Probezeit von drei Monaten. Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis jederzeit unter Einhaltung einer Frist von sieben Tagen aufgelöst werden. Bei Schulleitungen kann (in begründeten Fällen) die Probezeit gemäss § 16 Abs. 1 RSV verlängert werden kann. Nach Ablauf der Probezeit kann das Arbeitverhältnis jeweils auf Ende eines Monats aufgelöst werden, wobei die folgenden Kündigungsfristen gelten:

Nach Ablauf der Probezeit kann das Arbeitverhältnis jeweils auf Ende eines Monats aufgelöst werden, wobei die folgenden Kündigungsfristen gelten:

  • Ein Monat im ersten Dienstjahr
  • Drei Monate ab dem 2. Dienstjahr

Kündigungsschutz

Die Kündigungsfrist wird durch folgende sogenannte Sperrfristen beeinflusst:

  • Bei Militärdienst, Zivilschutzdienst und ähnlichen Diensten, wenn sie mehr als zwölf Tage dauern: vier Wochen vorher und nachher
  • Bei einer ganzen oder teilweisen Verhinderung an der Arbeitsleistung durch Unfall oder Krankheit: längstens zwei Jahren beziehungsweise bis zur Erschöpfung des Lohnfortzahlungsanspruchs
  • Während der Schwangerschaft und in den 16 Wochen nach der Niederkunft
  • Während der Teilnahme an einer von der Bundesbehörde angeordneten Dienstleistung für eine Hilfsaktion, welcher die zuständige Instanz zugestimmt hat

Die während einer Sperrfrist ausgesprochene Kündigung ist nichtig; sie entfaltet keine Rechtswirkungen. Ist die Kündigung vor Beginn der Sperrfrist erfolgt, die Kündigungsfrist bis dahin aber noch nicht abgelaufen, so wird sie unterbrochen und nach Beendigung der Sperrfrist bis zum entsprechenden Monatsende fortgesetzt, wenn jemand nach der Kündigung erkrankt oder verunfallt. Dies führt mithin zu einer Verlängerung der Kündigungsfristen.

Die Frist wird im Maximum wie folgt verlängert:

  • 30 Tage im ersten Dienstjahr
  • 90 Tage vom zweiten bis und mit fünften Dienstjahr
  • 180 Tage ab dem sechsten Dienstjahr

Nach Ablauf der durch die Unterbrechung verlängerten Frist endet das Arbeitsverhältnis formlos, d.h. es ist nicht nochmals zu kündigen.

Zu beachten ist, dass die Sperrfrist rückwirkend ab dem Kündigungstermin berechnet wird. Erkrankt eine Lehrperson, der auf Ende Juli gekündigt worden ist, beispielsweise im Juni, wird das Arbeitsverhältnis um die obgenannten Fristen erst ab Juni verlängert, auch wenn die Kündigung lange vor Beginn der Kündigungsfrist ausgesprochen worden ist.

auch wenn die Kündigung lange vor Beginn der Kündigungsfrist ausgesprochen worden ist.

Wenn die Sperrfrist die rechtzeitige Kündigung auf ein Semesterende verhindert hat, kann der Lehrperson im Anschluss an eine Sperrfrist unter Berücksichtigung einer Frist von drei Monaten ohne Beachtung des Semester- oder Monatsendes gekündigt werden.

Ende Stellvertretung

Grundsätzlich dauert die Stellvertretung nur solange, als die zu vertretende Person verhindert ist, selber Schule zu halten.

Stellvertretungsverhältnisse können jederzeit unter Einhaltung einer Frist von 10 Tagen beendet werden. Wird eine Stellvertretung im Voraus für mindestens sechs Monate eingegangen, beträgt die Kündigungsfrist jedoch einen Monat.