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Folgearbeiten Beurteilung

Im Anschluss an das grosse Lehrplanprojekt starteten im laufenden Schuljahr verschiedene kantonale Folgearbeiten (vgl. DEK-Entscheid vom 23. November 2017), unter anderem zur Beurteilung. Nachfolgend ein Einblick in den aktuellen Arbeitsstand der Aufträge Schulversuch, Dialog und Monitoring.

Schulversuch Beurteilung

Im Schulversuch Beurteilung erproben fünf Schulen zwischen August 2017 bis Januar 2019 das Konzept der zweidimensionalen Leistungsbewertung und das entsprechend angepasste Beurteilungstool auf der Basis von LehrerOffice. Dabei wenden die rund 120 Lehrpersonen der Versuchsschulen die zu erprobenden Instrumente in verschiedenen Bewertungssituationen in ihrem Unterricht an, dokumentieren Beispiele davon und protokollieren ihre Erfahrungen und Schlussfolgerungen. Eine erste Online-Befragung der Beteiligen findet im August 2018 statt, eine zweite, abschliessende Befragung im Januar 2019.

Begleitet wird der Schulversuch durch einen Fachausschuss, zusammengesetzt aus Vertretungen des Amtes für Volksschule, der Pädagogischen Hochschule Thurgau und den Schulleitungen der Versuchsschulen.

Dialog Beurteilung

Aufgrund der Vernehmlassungsergebnisse zum Lehrplan Volksschule Thurgau wurde beschlossen, die Beteiligten im Schulfeld sowie die Abnehmer nochmals zu ihren Bedürfnissen zum Thema Beurteilung zu befragen. Aus der Diskussion der Anliegen sollen sich weitere Entscheidungsgrundlagen ergeben. Dieser Dialog startet im September 2018 mit einer Umfrage bei allen Thurgauer Lehrpersonen und Schulleitungen. Nach der ersten Anwendung der bestehenden Beurteilungsgrundlagen sollen allgemeine und zyklusspezifische Erfahrungen, Bedürfnisse sowie Optimierungsvorschläge erfasst werden.

Anschliessend an die Auswertung der Umfrage werden im November 2018 drei Workshops mit Vertretungen der Bildungsverbände (VTGS, VSLTG, Bildung Thurgau), der Elternorganisationen (TAGEO) sowie der Pädagogischen Hochschule Thurgau stattfinden. Dabei werden die Umfrageergebnisse diskutiert, weitere Anliegen aufgenommen und im Dialog Optimierungsmassnahmen formuliert und gewichtet. Zeitgleich wird ein vierter Workshop mit den Abnehmern der Sekundarstufe II (Verbände IHK und TGV, TBK, TKMS, Berufs- und Mittelschulen, ABB, AMH, Vertretungen der Lehrbetriebe, TAGEO, etc.) organisiert. In diesem Rahmen können Bedürfnisse und Optimierungsvorschläge beispielsweise zur Erhöhung der Lesbarkeit der Zeugnisse eingebracht werden.

Monitoring Beurteilung

Ergänzend zum «Dialog» werden im Teilauftrag «Monitoring» die Beurteilungsgrundlagen der umliegenden Kantone sowie Dokumentations- und Unterstützungssysteme kommerzieller Anbieter gesichtet und geprüft.

Verschiedene Kantone haben im Rahmen der Einführung des Lehrplans 21 ihre Beurteilungsgrundlagen angepasst und nutzen dazu digitale, z.T. webbasierte Dokumentations- und Unterstützungssysteme (z.B. LehrerOffice, Infomentor) bzw. stellen diese den Lehrpersonen zur Verfügung. Daneben gibt es auf dem Markt weitere Produkte privater Anbieter (z.B. IQES Lernkompass, Kompetenzraster-Netzwerk, Escola). Eine aktualisierte Gesamtschau soll Auskunft über kantonale Entwicklungen, private Anbieter und Erfahrungen von Thurgauer Schulen geben.

Fahrplan Beurteilungsarbeiten (ab Februar 2019)

Während die drei Aufträge zur Beurteilung eigenständig abgewickelt werden, stellt die übergeordnete Steuerung und regelmässige Koordination der Projektleitungen untereinander sicher, dass unmittelbar auf Entwicklungen reagiert werden kann.

Die Ergebnisse und Empfehlungen aus dem Schulversuch, Dialog und Monitoring werden ab Februar 2019 in einem Schlussbericht an den Regierungsrat zusammengeführt und bilden die Grundlage für die Vernehmlassungsversion der kantonalen Beurteilungsgrundlagen. Die Vernehmlassung findet von September bis November 2019 statt.

Das Inkrafttreten allfälliger Anpassungen am Beurteilungsreglement, an den Zeugnisformularen oder entsprechenden Lehrplantexten ist mit einem Jahr Vorlauf für Einführung und Schulung frühstens per 1. August 2021 vorgesehen. Vorgängig würde ein «Handbuch kantonale Beurteilungsgrundlagen» erabeitet.
Bis Ende Schuljahr 2023/24 hätten die Schulen dann Zeit, am sechsten Umsetzungsziel „Beurteilung“ zu arbeiten.